Kroatien News
Kroatien bleibt hart

Kroatien will offenbar trotz immer stärker werdenden Drucks vonseiten der EU von seiner Umwelt- und Fischereischutzzone in der östlichen Adria nicht ablassen. Die neue kroatische Regierung unter Führung des „alten“ Ministerpräsidenten Ivo Sanader scheint die Warnungen über mögliche negative Auswirkungen auf die Beitrittsverhandlungen mit der EU zu überhören. Sie beharrt darauf, dass Kroatien ein Recht auf die Schutzzone habe.
Die zunächst nur für Drittstaaten geltende Schutzzone war mit 1. Jänner 2008 auf EU-Mitglieder ausgedehnt worden. Das der EU gegebene Versprechen, die Umsetzung des Schutzregimes für EU-Staaten vorerst auszusetzen, bezeichnet die kroatische Staatsspitze Medienberichten zufolge nun als rechtlich nicht bindend. Beobachter hatten erwartet, dass sich nach den Parlamentswahlen im vergangenen November etwas an der harten Position Kroatiens ändern könnte. Die standfeste Haltung dürfte die kroatische Bevölkerung aber durchaus goutieren: Laut einer aktuellen Umfrage der Zagreber Zeitung „Jutarnji list“ unterstützten 85 Prozent die Umsetzung des Schutzregimes auch im Hinblick auf die EU-Mitglieder.
Sanader will offenbar die Bedeutung der 2004 gegebenen Zusage herunterspielen. Damals hatte sich Kroatien verpflichtet, die Umsetzung des Schutzregimes nicht einseitig auf die EU-Staaten auszuweiten. Die EU drängt nun auf die Einhaltung dieser Zusage, und zwar mit der Begründung, sie sei im Verhandlungsrahmen der EU mit Kroatien verankert. Um die europäische Tür nicht gänzlich zuzuschlagen, will Sanader nun bei einem Treffen mit der EU-Kommission die Lage ausloten.
Weitere Meldungen:
- Kroatien scheitert
- Kompromiss Fischereizone
- Neue Regierung, alte Defizite
- Titelverteidiger Frankreich raus
- Obst- und Gemüseproduktion